Projekt „Forschungsfertigung Batteriezelle“ startet in die erste Phase

29.10.2019

Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) hat den ersten Teilprojektantrag zum Aufbau und zur Inbetriebnahme der Produktionslinie für die „Forschungsfertigung Batteriezelle“ in Münster bewilligt. An diesem Standort soll in Zukunft an der Skalierung der Batteriezellproduktion geforscht werden. Der Lehrstuhl für Production Engineering of E-Mobility Components (PEM) der RWTH Aachen wirkt in Kooperation mit der Fraunhofer-Gesellschaft und dem MEET Batterieforschungszentrum aktiv an der Umsetzung der Forschungsfabrik mit.

 

Pressemitteilung PEM 29.10.2019

Konzeptdarstellung der geplanten Anlage zur Batteriezellfertigung Urheberrecht: Artur Krause, ARTVISU

Als Entwicklungszentrum für Forschung und Entwicklung leistungsfähiger Batterien werden in Münster zukünftig die bestehenden Kompetenzen in der Wertschöpfungskette Batterie vereint. Prof. Dr. Achim Kampker, Leiter des Lehrstuhls Production Engineering of E-Mobility Components (PEM) der RWTH Aachen erklärt: „Eine Serienproduktion von großen Batteriezellen in Deutschland stellt ein bislang noch fehlendes Element in wichtigen Wertschöpfungsketten dar.“ Der erste Teilprojektantrag der Fraunhofer-Gesellschaft mit einem Fördervolumen von rund 150 Mio. € zur Konzeptionierung einer ersten Produktionslinie wurde jetzt vom Bundesministerium für Bildung und Forschung bewilligt. In diesem Zusammenhang kann nun mit Umsetzung und Realisierung des Konzepts zur Batteriezellfertigung begonnen werden.

Der Lehrstuhl Production Engineering of E-Mobility Components (PEM) der RWTH Aachen trägt neben den Kenntnissen im Bereich Batteriezellproduktion durch ein umfassendes Verständnis über die gesamte Wertschöpfungskette der Batteriezellproduktion zur Umsetzung der Forschungsfabrik bei. Das PEM ist seit vielen Jahren im Themenfeld der Batterieproduktion und Zellfertigung tätig und konnte sich ein weitreichendes Fachwissen im Bereich Konzeptionierung und Planung von Batterieproduktionen sowie ein umfangreiches Netzwerk im Maschinen- und Anlagenbau in allen Wertschöpfungsstufen der Lithium-Ionen-Batterie aufbauen. „Die nordrhein-westfälische Forschungskompetenz ist ideale Grundlage für den zügigen Aufbau und erfolgreichen Betrieb der Forschungsfertigung Batteriezelle. Wir freuen uns, dass die gute Zusammenarbeit der Experten der Fraunhofer-Gesellschaft mit den Fachleuten aus Aachen, Münster und Jülich durch den täglichen Austausch vor Ort nun nochmals gestärkt wird“, unterstreicht Isabel Pfeiffer-Poensgen, Kultur- und Wissenschaftsministerin des Landes Nordrhein-Westfalen. Durch wegweisende Produkt- und Prozessinnovationen kann die „Forschungsfertigung Batteriezelle“ in NRW eine verbesserte und skalierbare Produktion von Batteriezellen sowie den Aufbau einer zirkulären Wertschöpfung in Deutschland ermöglichen.

Die Bedeutung des Projekts wird durch Prof. Reimund Neugebauer, Präsident der Fraunhofer-Gesellschaft, verdeutlicht: „Die Forschungsfertigung Batteriezelle ist ein Projekt von nationaler und europäischer Bedeutung. Stromspeicher haben als Schlüsselbausteine für die Energie- und Mobilitätswende integrale Bedeutung für mehrere der wichtigsten Wirtschaftszweige am Standort Deutschland. Es ist daher essentiell, dass die bundesweit bestehenden Exzellenzpotenziale genutzt und gemeinschaftlich vorangebracht werden. Dazu will Fraunhofer zusammen mit den Batteriekompetenzzentren im ganzen Land durch den Aufbau der Forschungsfertigung Batteriezelle beitragen. Denn ein Projekt dieser Größenordnung und Bedeutung muss alle bestehenden Kompetenzen in Forschung und Wirtschaft auf föderaler Ebene in einem engen Schulterschluss sinnvoll zusammenführen.“

Insbesondere die Chancen eines nachhaltigen Produktionssystems beschreibt Wirtschafts- und Energieminister Prof. Dr. Andreas Pinkwart in Düsseldorf: „Das ist ein großartiger Tag für Nordrhein-Westfalen. Wissenschaftler und Unternehmen aus der ganzen Republik sind eingeladen, zusammen mit Spitzenforschern aus Münster, Jülich und Aachen eine eigene Batteriezellproduktion in Deutschland zu ermöglichen. Gemeinsam schaffen wir exzellente Voraussetzungen, um moderne Speicher für vielfältige klimafreundliche Anwendungen – bei Stromnetzen, in der Elektromobilität, in der Robotik – zu entwickeln und neue Wertschöpfungsketten für die Industrie zu schaffen.“

Zukünftig entsteht auf dem Hansa-Business Park in Münster auf einem Grundstück mit rund 40.000 Quadratmeter eine einzigartige Batterieforschungsfabrik für ganz Deutschland, um technologische Hürden und Investitionsrisiken für Unternehmen zu reduzieren. Für das Projekt werden von dem Bundesministerium für Bildung und Forschung etwa 500 Mio. € zur Verfügung gestellt. Das Land Nordrhein-Westfalen unterstützt zusätzlich mit mehr als 200 Mio. € bei dem Aufbau und dem Betrieb der „Forschungsfertigung Batteriezelle“. Gemeinsam mit den Partnern aus Politik, Forschung und Wirtschaft soll dieses Projekt die Weichen für die Batterieforschungseinrichtungen Deutschlands stellen und einen wesentlichen Beitrag für die Zukunft des Wirtschaftsstandorts Deutschland leisten.

Quellen:

Link: Fraunhofer startet Aufbau der „Forschungsfertigung Batteriezelle“

Link: Statement zum Start der „Forschungsfertigung Batteriezelle“ in Münster

Link: Batterieforschung: So fiel die Entscheidung für Münster