„H₂Kit“: PEM entwickelt E-Antriebe für Kühltransporter und ähnliche Fahrzeuge
Der Lehrstuhl „Production Engineering of E-Mobility Components“ (PEM) der RWTH Aachen ist mit Partnern aus Industrie und Forschung in das vom Bundesverkehrsministerium geförderte Projekt „H2Kit“ gestartet. Ziel des auf zwei Jahre anberaumten Vorhabens mit einem Gesamtvolumen von rund drei Millionen Euro ist die Entwicklung eines modularen Umrüstungs-Kits, das Nutzfahrzeuge mit energieintensiven Nebenverbrauchern – beispielsweise Kühltransporter – zu effizienten Elektrofahrzeugen macht. Durch den Einsatz eines brennstoffzellenbasierten „Range Extenders“ wollen die Projektpartner ein niedriges Batteriegewicht und eine flexible Regelung der Stromversorgung erreichen.
„Eine fahrzeugindividuelle Auslegung und Produktion elektrischer Antriebsstränge ist zu konkurrenzfähigen Preisen bislang nicht möglich“, sagt PEM-Leiter Professor Achim Kampker. Spezielle Anwendungsfälle wie Kühltransporter verlangten durch ihren hohen und wechselnden Energiebedarf eine Maximierung der Batteriekapazität, die wiederum zu einer unverhältnismäßig hohen Fahrzeugmasse und einer geringen Nutzlast führe. „Logistikunternehmen zum Beispiel benötigen aber ein möglichst geringes Fahrzeuggewicht, um die transportable Nutzlast zu maximieren und die Treibstoffkosten gering zu halten“, erklärt Kampker, Miterfinder des Elektro-Kleintransporters „Streetscooter“.
Um- und Nachrüstung von Bestandsfahrzeugen notwendig
Neben der Entwicklung von Neufahrzeugen sei zur Einhaltung der Klimaziele auch die Um- und Nachrüstung der Bestandsfahrzeuge notwendig. Bei der Umsetzung alternativer Antriebsstrang-Konzepte werde eine Übertragbarkeit auf künftige Serienproduktionen jedoch nur selten berücksichtigt. Auch die Integration von Innovationen für Peripheriekomponenten werde nicht immer ausreichend betrachtet. Daher wollen die Projektpartner aus einem brennstoffzellenbasierten Range-Extender-System ein modulares Umrüstungs-Kit entwickeln, das sich von sämtlichen Fahrzeugherstellern nutzen lässt und wirtschaftlich realistisch ist. Um das zu erreichen, soll das Kit in einem Lkw-Prototypen auf seine Funktionalität und Integrierbarkeit geprüft werden. Abschließend wollen die Forschungspartner ihre Ergebnisse und Erfahrungen allen Interessierten barrierefrei zur Verfügung stellen.
Weitere Informationen zum Projekt sind hier zu finden.