PEM nimmt Halle für E-Lkw-Forschung in Betrieb

06.08.2021

Der Lehrstuhl „Production Engineering of E-Mobility Components“ (PEM) der RWTH Aachen hat eine Halle für mehrere Forschungsvorhaben zu elektrifizierten Nutzfahrzeugen in Betrieb genommen. Auf 575 Quadratmetern am Rotter Bruch in Aachen befassen sich die Teams der vom Bund geförderten Großprojekte SeLv, LiVe und LiVePlus künftig unter einem gemeinsamen Dach mit der Schwerlastmobilität der Zukunft. „Die räumliche Nähe bei der Prototypenforschung ermöglicht uns wichtige Synergieeffekte“, sagt Konstantin Sasse, Gruppenleiter „Battery Engineering“ des PEM.

  Sebastian Biegler (r.) und Konstantin Sasse vom PEM vor der neuen Halle Urheberrecht: © PEM RWTH Aachen Stehen für die Forschung am Schwerlastverkehr der Zukunft: Sebastian Biegler (r.) und Konstantin Sasse vom PEM der RWTH Aachen.

In den drei Forschungsprojekten bauen die PEM-Expertinnen und -Experten insgesamt zehn Lkw unterschiedlicher Gewichtsklassen und Fahrzeugtypen auf. „Wir beschränken uns beim Antriebsstrang nicht nur auf eine Technologie, sondern betrachten Batterie, Oberleitungsstromabnehmer und Brennstoffzellen“, erläutert „LiVePLuS“-Verantwortlicher Sebastian Biegler. „Mit einer Kombination der unterschiedlichen Technologien entwickeln wir nach dem Baukastenprinzip elektrische Lkw-Antriebsstränge, die wirtschaftlich tragfähig und individuell gestaltbar sind.“

Produktionsplanung für Kleinserien

Damit die späteren Prototypen nicht ausschließlich auf abgesperrtem Gelände fahren dürfen, ist in den Projekten „SeLv“ und „LiVePLuS“ ausdrücklich eine Einzelbetriebserlaubnis vorgesehen. „Dafür wird der komplette Zulassungsprozess durchlaufen und von einem unabhängigen Prüfinstitut abgenommen“, erklärt Biegler. So sollen umsetzbare und realitätsnahe Konzepte erforscht und dabei eine Produktionsplanung für Kleinserien erarbeitet werden. „Welche Technologie sich am Ende durchsetzt, wird sich in den kommenden Jahren zeigen und ist auch von äußeren Faktoren wie etwa der Infrastruktur abhängig“, betont Biegler. „Welche Möglichkeiten es gibt, das erforschen wir aber schon heute.“

BMU und BMVI fördern die Forschungsvorhaben

Zwei der Projekte werden vom Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit (BMU) gefördert: Das Vorhaben „Lebenszykluskostenreduktion im elektrischen Verteilerverkehr durch individuell adaptierbaren Antriebsstrang“ („LiVe“) läuft noch bis Ende 2022, „Lebenszykluskostenreduktion im elektrischen Verteilerverkehr durch pantographenbasierte Baukastensysteme für Lastkraftwagen und Sattelzugmaschinen“ („LiVePLuS“) ist bis Ende Juli 2022 anberaumt. Das Projekt „Schwere Lastkraftwagen für die emissionsfreie Logistik im Schwerlastverkehr mittels Elektrifizierungsbaukasten und wirtschaftlichem Produktionssystem“ („SeLv“) wird vom Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI) mit fast 17 Millionen Euro gefördert und läuft im Oktober 2023 aus.