LiVe

 

PEM entwickelt modularen Antriebsstrang-Baukasten für Elektro-Lkw

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Der Lehrstuhl „Production Engineering of E-Mobility Components“ (PEM) der RWTH Aachen widmet sich im Verbundprojekt „LiVe“ der Lebenszykluskostenreduktion im elektrischen Verteilerverkehr durch einen individuell adaptierbaren Antriebsstrang. Ziel des Vorhabens ist die Modularisierung des Antriebsstrangs zur optimalen Bedienung unterschiedlicher Kundenbedarfe bei gleichzeitig überschaubaren Investitionen. Die Projektpartner erforschen daher modulare Strukturen sowie die Integration solcher Module in ein Gesamtfahrzeug. Anschließend validieren sie die aus dem Antriebsstrang-Baukasten abzuleitenden Topologien durch den Aufbau mehrerer Pilotfahrzeuge. Zudem erarbeiten die Partner einen neuen Industrialisierungsansatz zur kostengünstigen Herstellung eines solchen modularen Antriebsstrang-Baukastens.

Güterverkehr gilt als signifikanter Emissionsverursacher

Verkehr und Transport gelten als der deutschlandweit zweitgrößte Verursacher von CO2 -Emissionen. Gleichzeitig tragen sie maßgeblich zur NOx-Gesamt-Emission bei. Der Güterverkehr und insbesondere der stetig wachsende Verteilerverkehr nehmen dabei einen signifikanten Anteil ein. Wegen des hohen Energiebedarfs gibt es bislang keine wirtschaftliche Lösung für die Elektrifizierung von Lkw der EG-Fahrzeugklasse N3 bis maximal 26 Tonnen zulässigen Gesamtgewichts. Deshalb soll das vom Bundesumweltministerium geförderte „LiVe“-Projekt einen Lösungsraum aufbauen, der es den Anwendern ermöglicht, solche schweren Langstreckenfahrzeuge hinsichtlich der Lebenszykluskosten optimiert einzusetzen.

Batterie, Brennstoffzelle, Pantograph: Wegweisende Prototypen

Das Projekt soll deshalb mehrere Protoypen unterschiedlicher Dimensionen und Ausstattungen hervorbringen. Der zweite so entstandene Elektro-Lkw war ein 18-Tonner, der über ein eigens entwickeltes Batteriesystem und Hochspannungsbordnetz aus drei Packs verfügt und eine effiziente Nutzung des Bauraums durch die Integration eines radnahen Antriebsmotors in der Konfiguration mit kurzer Kardanwelle erlaubt. Der Batteriebau für den Lkw fand im Elektromobilitätslabor (eLab) der RWTH Aachen statt. Der vierte Prototyp des Projekts gilt als der europaweit erste reine Elektro-Lkw mit Oberleitungsstromabnehmer (Pantograph). Im Rahmen einer Messkampagne soll das Fahrzeug auf entsprechenden Teststrecken ausgiebig erprobt werden. Im Rahmen des bis Ende 2022 laufenden Forschungvorhabens sollen noch zwei weitere elektrische Lkw mit je nach Anlass wählbarem, „modularem“ Antriebsstrang entwickelt werden – auch ein wasserstoffbetriebenes Fahrzeug mit Brennstoffzelle.

Weitere Informationen gibt es in dieser Pressemitteilung und in dieser Pressemeldung.

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Das Projekt

  • „LiVe“: Lebenszykluskostenreduktion im elektrischen Verteilerverkehr durch individuell adaptierbaren Antriebsstrang

Forschungsziele

  • Modulare Komponentenlösungen für Antrieb, Energiespeicher und E/E
  • Adaptierbarkeit des Baukastens an unterschiedliche Bauräume
  • Flexible Produktion und Integration von Batteriepack und Antriebseinheit
  • Flexibilisierung der Komponentenfertigung durch den Einsatz additiv gefertigter Werkzeuge

Forschungs- und Projektpartner

PEM der RWTH Aachen
Werkzeugmaschinenlabor (WZL) der RWTH Aachen
ISUZU Motors Germany GmbH

Laufzeit

  • 01.09.2017 bis 31.12.2022

Projektträger

VDI/VDE Innovation + Technik GmbH

Förderkennzeichen

  • 16EM3164-1

Zuwendungsgeber

Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, nukleare Sicherheit und Verbraucherschutz (BMUV)