E-Motorenproduktion: PEM beleuchtet Risiken und Chancen für Unternehmen

10.11.2022

Der Lehrstuhl „Production Engineering of E-Mobility Components“ (PEM) der RWTH Aachen hat zentrale Erkenntnisse aus Forschung und Praxis zur Elektromotorenproduktion in einem aktuellen Leitfaden zusammengetragen. Auf fast 40 Seiten analysiert die Publikation die gesamte Wertschöpfungskette im Spannungsfeld von nachfragegesteuertem Produktionsdruck und dem davon unabhängigen Technologieschub, durch den sich grundlegende und vielversprechende, mit Blick auf ihren Erfolg und ihre Wertschöpfung aber teils riskante Innovationen ergeben können. „Die E-Motoren-Herstellung bringt Herausforderungen in der Organisation, Produkttechnik und Produktionstechnik mit sich“, sagt PEM-Oberingenieur Benjamin Dorn: „Gleichzeitig eröffnen Digitalisierung und Kreislaufwirtschaft große Potenziale.“

  Ein Auszug aus der Publikation „Elektromotorenproduktion“ Urheberrecht: © PEM RWTH Aachen

Laut den Autoren lassen sich nicht nur beim Produkt selbst, sondern auch bei der Produktion des Elektromotors die Qualität erhöhen und die Kosten senken. Darüber hinaus würden die immer zahlreicheren Varianten von E-Motoren intensiv erforscht, um deren Leistung und Effizienz zu steigern. Während die Automobilindustrie sich im wohl bedeutsamsten Transformationsprozess der vergangenen Jahrzehnte befinde, der Autobauer, Zulieferer und Anlagenhersteller in gleichem Maße betreffe, liege das Herzstück aus Technologie- und Wertschöpfungsperspektive im elektrischen Antriebsstrang.

Einige Wirkzusammenhänge sind noch unbekannt

„Die Akteure der Wertschöpfungskette bewegen sich in einem eng verknüpften Produktionsnetzwerk bei starkem wechselseitigem Einfluss“, betont Dorn: „Viele Wirkzusammenhänge der E-Motorenproduktion sind allerdings noch nicht hinreichend bekannt, so dass eine große Strategie-Unsicherheit das Bild der Branche bestimmt.“ Daher richtet die RWTH-Publikation den Blick darauf, in welcher Position die einzelnen Akteure des Marktes sich befinden, welche Chancen und Risiken sich daraus für sie ergeben und wie Unternehmen derzeit versuchen, im noch jungen Markt der E-Mobilität zu navigieren.

Die Wertschöpfungskette zwischen „Market Pull“ und „Technology Push“

Vor diesem Hintergrund betrachtet das PEM-Autoren-Team die Tragweite vergleichsweise kleiner, aufeinander aufbauender Innovationen in der E-Motorenproduktion, die Bedeutung von Wirkzusammenhängen zwischen Material und Prozess sowie die Chancen durch die Digitalisierung in der Produktion und die Nachhaltigkeitsbestrebungen im Sinne einer künftigen Kreislaufwirtschaft. Die Publikation „Elektromotorenproduktion: Die Wertschöpfungskette im Spannungsfeld von ‚Market Pull‘ und ‚Technology Push‘“ steht hier zum kostenfreien Download bereit.